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Warren Buffet im
Goldrausch
Warren Buffett: Der
Name steht für
unerschütterliche
Anlageprinzipien und
langfristigen Erfolg.
Jetzt hat der Chef der
Beteiligungsgesellschaft
Berkshire Hathaway
wieder zugeschlagen:
Er will zwei große
amerikanische
Goldschmuck-Produzenten
kaufen und daraus den
größten Anbieter in
den USA schmieden. Das
ist kein kleiner Deal
und man darf fragen,
was der kauzige alte
Herr aus dem
verschlafenen Omaha im
Bundesstaat Nebraska
daran so spannend
findet.
FRANKFURT. Bisher hat
der Milliardär nicht
viel übrig gehabt für
die edlen Metalle. Es
ist keine zehn Jahre
her, dass der
passionierte
Cola-Trinker Gold der
Lächerlichkeit
preisgab. Seine
überlieferte Aussage
von damals: Menschen
graben Gold irgendwo
aus dem Boden,
schmelzen und gießen
es in Formen, graben
ein anderes Loch,
verbuddeln es da
wieder, stellen dann
Leute zur Bewachung
ein. Würden uns
Marsianer zusehen,
müssten sie den Kopf
schütteln. |
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Nun
weiß man von Buffett, dass er wie kaum ein anderer Investor für die
Anlage in billigen Objekten steht. Das Metall ist trotz seiner mehrere
Jahre währenden Hausse noch relativ preiswert – Aktien beispielsweise
sind weit stärker gestiegen. Auch fundamental spricht vieles für Gold.
Die weltweite Minenproduktion sinkt tendenziell, während Großinvestoren
nach Jahrzehnte langer Abstinenz mittlerweile kräftig zukaufen.
Da
passt der Buffett-Coup gut ins Bild. Vertreter aus der Goldbranche sehen
das ähnlich. Der ehemalige Chef der zweitgrößten Mine, Pierre Lassonde,
sieht den Goldpreis zur Weihnachtszeit bei 750 Dollar je Unze (31
Gramm). Ganz zu schweigen von Robert McEwen, Chef der Minengesellschaft
U.S. Gold Corp. und einer der hellsten Köpfe der Branche. Seine jüngste
Prognose: Gold schafft es bis 2010 locker auf 2000 Dollar.
Man
mag solchen Optimismus als Berufs-Enthusiasmus von Branchenvertretern
abtun. Aber der Meinungswandel von Buffett lässt aufhorchen. Und die
jüngsten Preistendenzen bei den Edelmetallen sollten keine Verwirrung
schaffen: Gold dümpelt bei 660 Dollar vor sich hin, will die Investoren
anscheinend die Sommerpause vorweg nehmen. Auch während der letzten
großen Hausse in den siebziger Jahren ging der Goldpreis während der
Sommermonate deutlich zurück. Es gab nur eine Ausnahme: 1979, aber da
war der Markt schon in der Übertreibungsphase – kurze Zeit später begann
die zwei Jahrzehnte währende Baisse.
Gold-Fans können demnach
durchatmen. Wenn sich Geschichte wiederholt, haben sie genügend Zeit für
einen Einstieg; sei es über Käufe von physischem Metall, Aktien oder
Fonds. Wenn es doch nichts werden sollte mit den erhofften
Preissteigerungen, haben die Anleger immerhin einen Trost:
Super-Investor Buffett und die Gold-Legende McEwen liegen dann auch
daneben. Man wäre in bester Gesellschaft. Die
Wahrscheinlichkeitsrechnung spricht allerdings gegen einen Irrtum der
Koryphäen.